Begegnungsabend mit Asylsuchenden vom 24. Juni 2016

Bereits um 18.00 Uhr trafen die ersten Asylsuchenden mit ihren Velos beim Vikariatshaus ein. Nach unserem Aufruf im Nottwil aktuell, hatten wir einige Fahrräder, Herren- und Damenvelos, in sehr gutem Zustand angeboten bekommen. Damit konnten wir die Asylsuchenden ausrüsten. Sie halfen gerne beim Aufbauen der Tische vor dem Vikariatshaus, denn der Abend versprach ein lauer Sommerabend zu werden.

Der Bevölkerung möchten wir, auch im Namen der Asylsuchenden, für ihre grosszügigen Spenden an Velos und auch an Rucksäcken ganz herzlich danken!

Nach und nach trudelten die Gäste/TeilnehmerInnen ein. Alle brachten wunderbare Esswaren, Salate, Kuchen, Biscuits mit, die wir auf einem grossen Tisch zu einem Buffet aufbauten. Auch die Asylsuchenden brachten ihre Speisen, selbstgebackenes Brot, Eintöpfe mit Poulet mit guten und zum Teil scharfen Gewürzen, Suppen und Salate, die ebenfalls Platz auf dem grossen Tisch fanden.

Das Vikariatshaus füllte sich rasch. Um jeden beim Namen nennen zu können, wurden flugs Namensschilder kreiiert und jede/jeder wurde mit Vornamen angeschrieben, auch die kleinen Kinder, die sich inzwischen unter den Gästen tummelten. Da waren blonde Kinder und solche mit schwarzen Locken, die keine Verständigungsschwierigkeiten kannten und miteinander um die Wette rannten und spielten.

Neben den Eritreern, kam die Syrische Familie mit ihren beiden Töchterchen, ein Geschwisterchen wird bald geboren werden. Auch kamen die Afghanen. Sie sind noch sehr neu in der Gemeinde, erst seit zwei Wochen bei uns. Zwei Asylsuchende stammen aus dem Tibet. Alle Asylsuchenden, die in der Gemeinde Nottwil eintreffen, haben bereits einige Monate in einem Empfangszentrum in der Schweiz gelebt.

Viele freiwilligen Helfer der 24 köpfigen Begleitgruppe für Asylsuchende, hatten sich ebenfalls eingefunden. Sie sind bereit, ihre Zeit für Aktivitäten mit den Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen. So gibt es bereits wöchentliche Kurse für die Sprachförderung und Freizeitaktivitäten wie Wandern, Bräteln oder Fussball spielen. Die Gruppe Alltag versucht den Asylbewerbern unsere Regeln näher zu bringen. So müssen die jungen Männer zum Teil kochen lernen, lernen, mit ihrem Geld sparsam einzukaufen, lernen wie man Abfall entsorgt. Die Bereitschaft zu lernen ist sehr gross, aber ohne den Einsatz der freiwilligen Helfer wären diese Angebote nicht möglich. An dieser Stelle auch ein ganz herzliches Dankeschön an sie.

Monika Federspiel begrüsste alle Anwesenden sehr herzlich und dankte für die Unterstützung und die mitgebrachten Speisen und wertschätzte ihre Offenheit. Dann liess sie einen jeder der Gruppe der Asylsuchenden auf seine Sprache guten Abend sagen. Da hörte man dann Salaam Alaykum (Friede sei mit Dir) auf Arabisch (Syrien), Begrüssung auf Persisch (Afghanistan), Begrüssung auf Tigrynisch (Eritrea) und auch Begrüssung auf Tibetisch (Tibet/China).

Anwesend waren auch Hans Schelbert und Roland Grüter als Vertreter der Kirche. Roland Grüter begrüsste ebenfalls die Gäste und insbesondere die Asylsuchenden. Er signalisierte die Offenheit unserer christlichen Kirche auch gegenüber Andersgläubigen. Zur Freude aller war auch Bruno Hübscher unter den Gästen.

So waren wir wirklich ein buntes Völkergemisch, das sich denn auch an den Tischen mischte. Die Stimmung war angenehm und locker. Jeder bediente sich von den feinen Esswaren und probierte auch die fremdländische Küche. Es kam zu eifrigem Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Einige Asylsuchende sprechen schon ganz gut deutsch, einige sprechen auch Englisch oder Französisch.

Die Sonne war uns an diesem Abend gnädig, bis dann nach 22 Uhr doch noch dunkle Wolken aufzogen und ein Gewitter die bunte Gästeschar ins Vikariatshaus trieb. Einige blieben noch länger sitzen, andere verabschiedeten sich. Wie durch Zauberhand waren die Tische immer wieder abgeräumt und das Geschirr abgewaschen worden. Herzlichen Dank auch an all diese Helferinnen und Helfer in der Küche.

Der Begleitgruppe für Asylsuchende ist es ein Anliegen, die bei uns eintreffenden Asylsuchenden rasch zu integrieren und sie möglichst zu einem unabhängigen und selbstständigen Leben hinzuführen. Grundvoraussetzung dafür ist die Sprache. Die Asylsuchenden leisten auch gemeinnützige Arbeitseinsätze in der Gemeinde. Diese sinnvollen Tätigkeiten vermitteln ihnen Wertschätzung und sie verdienen ein klein wenig dazu.

 

Wir danken der Bevölkerung von Nottwil für ihr Wohlwollen und die Offenheit. Sollten irgendwo doch Konflikte oder Probleme auftauchen, bitten wir Sie, sich umgehend bei der Gemeinde zu melden.

 

Für die Begleitgruppe Asyl: Claudine Cuérel, 7. Juli 2016